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Die Geburt

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Jan 25 2018

Geburtsprobleme oder gar Schwergeburten bei Pferden sind glücklicherweise relativ selten. Treten aber Schwierigkeiten auf ist schnelle fachgerechte Geburtshilfe unbedingt nötig, da das Leben des Fohlens und auch der Stute davon abhängt.

Vorbereitungen

Ungefähr 4 Wochen vor der Geburt sollte die Mutterstute eine Wiederholungsimpfung gegen Influenza/Tetanus erhalten, im Weiteren sollte die Stute entwurmt werden. Die Hintereisen sollten abgenommen werden. Neben einer möglichst stressfreien Haltung ist es empfehlenswert, der Stute täglich ein Mash zu füttern, um einer Anschoppung im Darmtrakt vorzubeugen.

Sobald sich das Euter der Stute zu füllen beginnt sollte die Stute gut beobachtet werden. Der genaue Geburtstermin unterliegt starken Schwankungen und liegt zwischen 310 und 365 Tagen bzw. im Durchschnitt bei 336 Tagen.

Die Geburt spielt sich meistens in der Nacht ab und ist auch mit guter Beobachtung nicht immer voraussehbar. Relativ sichere Anzeichen sind die Bildung von wachsähnlichen Harzzäpfchen an den Zitzen (ca. 24-48 Stunden vor der Geburt), die Erschlaffung der Beckenbänder, birnförmiges Aussehen des Rumpfes, schlechtere Futteraufnahme und leichte Unruhe. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, mittels Messung von Mineralstoffen in der Stutenmilch, den Geburtstermin relativ genau vorauszusagen. Es gibt verschiedene Systeme im Handel, um die Überwachung in der Nacht zu gewährleisten. Am Sichersten ist sicher die Nachtwache, im Weiteren kommen auch Videoapparate, Geschirre zur Feststellung von Schwitzen oder des Abliegens sowie Scheidensonden zum Einsatz.

Ablauf der Geburt

Der Ablauf der Geburt ist hormonell sehr komplex gesteuert. Die Geburt gliedert sich in 3 Phasen.

  1. Öffnungsstadium

Dieses Stadium dauert 20min bis mehrere Stunden. Die Stute zeigt wechselnd Ruhe und Unruhe, z.T. auch kolikartige Symptome. Der Foetus dreht sich in Geburtsstellung, die Vordergliedmassen und der Kopf werden gestreckt. Die Wasserblase erweitert den Muttermund und zerplatzt, das Wasser geht dann ab (grosse Menge klare, gelbliche Flüssigkeit). Es ist sehr wichtig, dass die Stute in diesem Stadium Ruhe hat und sich nicht gestört fühlt. Probleme, die in dieser Phase auftreten können, sind fehlendes Abgehen des Wassers, Austritt einer stinkenden Flüssigkeit oder der Versuch des Herausdrückens einer roten, samtartigen Blase (Plazentaablösung).

 

  1. Austreibungsphase

Diese Phase dauert 5 bis maximal 30 min. Die Stute hat deutliche Wehen und liegt zum Teil mehrmals ab. Es erscheint die Fruchtblase (Amion), dann die Vorderbeine und der Kopf (alles noch im Amion verpackt) und anschliessend Rumpf und Hinterbeine. Spätestens dann sollte die Fruchtblase reissen, damit Nüstern und Vorderbeine des Fohlens freiliegen. Stute und Fohlen sind noch durch die Nabelschnur verbunden, diese reisst bei Bewegung von Stute oder Fohlen automatisch an der richtigen Stelle. Keinesfalls sollte die Nabelschnur von Menschenhand durchtrennt werden. In dieser Phase ist in der Regel keine Hilfe notwendig. In der Austreibungsphase kann es zu folgenden Problemen kommen:

  • Falsche Lage des Fohlens, pressen mehr als 10min ohne Erscheinen der Vorderbeine: Hier ist die Geburtshilfe durch den Tierarzt von Nöten
  • Totes Fohlen
  • Scheidenverletzung: Lagekorrektur
  • Fruchtblase reisst nicht von selbst: sofortiges Aufreissen und Freilegung der Nüstern
  • Starke Blutung des Nabels: Abbinden und desinfizieren
  • Blutiges Fruchtwasser: Blutung der Stuteà Tierarzt!

  1. Nachgeburtsstadium

Dieses Stadium sollte 5 bis 30 Minuten dauern. Die bereits heraushängende Nachgeburt wird normalerweise im Rahmen der Nachwehen komplett ausgestossen. Es ist sinnvoll, die heraushängende Nachgeburt zusammenzubinden, damit konstanter Zug herrscht bzw. die Stute nicht darauf treten kann. Es ist sehr wichtig zu kontrollieren, ob die Nachgeburt innert 2 bis 3 Stunden vollständig ausgestossen wird mittels Auslegen.

Folgende Probleme können auftreten:

  • Die Nachgeburt geht nicht oder unvollständig ab: Dies muss sofort tierärztlich behandelt werden, da es sonst zu schweren Komplikationen kommen kann (Sepsis, Hufrehe etc.)
  • Blutungen
  • Kolik
  • Gebärmutter-, Mastdarm- oder Blasenvorfall: Kaltes Wasser über die Organe giessen und mit Leintüchern sauber halten bis der Tierarzt kommt.

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